III: Der Weg nach Wien (Seite 3)

 

Durstig und ungeduscht erreichten wir in zunehmender Dunkelheit am Abend des 24. Mais Obernzell und unser Weg führte uns zu einem Kloster.
Wir entschlossen uns im Kloster um Wasser und eine Dusche zu bitten und unser Bitten wurde nicht verwehrt.

Als wir nach dem Duschen weiterziehen und uns verabschieden wollten, da bot uns Schwester Klara an die Nacht im Kloster zu verbringen und führte uns zu einer Wohnung. Wir waren sehr dankbar und boten ihr - sei es heute oder sei es morgen - unsere Hilfe an, in welcher Sache auch immer.

Kaum in der Wohnung alleingelassen, da machte Marlon sich gleich an die Arbeit und zauberte uns eine üppige Portion Haferbrei und so verbrachten wir die Nacht im Kloster St. Theresia bei den Schwestern vom Göttlichen Erlöser.

Am nächsten Morgen brachte Schwester Klara uns Brötchen und Kaffee.

Nach kurzer Zeit kehrte Schwester Klara zurück und sagte, ihr sei tatsächlich etwas eingefallen, was wir tun könnten und eine Stunde später - im Anschluss an das ausgiebige Frühstück - kümmerten wir uns um einen zugewucherten Grünstreifen vor den Mauern des Klosters.

Wir schnitten Buchs.

Wir banden Rosen.

Wir zupften Unkraut.

Wir schoben Schubkarren.

Wir aßen Semmelknödel - in der Mittagspause.

Wie uns Schwester Klara berichtete, versorgte sich das Kloster einst selbst. So gehört auch ein Landbetrieb zum Anwesen des Klosters. Auch wenn dies heute nicht mehr so ist, leben am Kloster noch immer viele Tiere, wie ein Zwergpony und ein Muli.

Nach der Mittagspause vollendeten wir unser Werk am frühen Abend - zur vollen Zufriedenheit der Schwestern, denn sie lobten unsere Arbeit sehr.

Längst hatte Schwester Klara angeboten - da ihr bewusst war, diese Arbeit würde uns den ganzen Tag beschäftigen - eine zweite Nacht im Kloster zu verbringen.
Da im Inventar des Wanderers ein Herd mit Ofen nicht vorgesehen ist, beschlossen wir die hiesigen Gegebenheiten auszunutzen.

Also besorgten wir uns zum Abend hin im Supermarkt alles, was wir für Curry-Tofu-Pommes brauchten.

Als wir am nächsten Morgen im Speiseraum des Kloster saßen und frühstückten, da suchte uns Schwester Klara erneut auf und entlohnte uns für unsere Arbeit. Außerdem ließ sie uns in der Küche zwei Tüten mit Proviant packen.

Wir blieben noch bis zum Mittagessen und verließen nach einem Tag und zwei Nächten das Kloster St. Theresia und die Schwestern vom Göttlichen Erlöser.

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